ZODIAC SIGNS AND WHAT ATTRACTS PEOPLE TO THEM

Grundsätzliches über Sternzeichen und Astrologie

“Oh Gott, der ist ja Schütze!” oder “Du Arme, Mond im Krebs?”, durfte ich mir seit 2 Jahren so gut wie jeden Tag anhören und ich gebe zu, faszinieren tun sie mich ja schon, diese Sternzeichen und die Astrologie, die dahintersteckt. Aber wie viel Wahrheit beinhaltet dieses Thema wirklich und warum ist besonders unsere Generation so angetan von Stier, Wassermann, Fische und CO.? 

Etwa jede dritte Frau und jeder sechste Mann stimmt der Aussage zu, dass Sterne unser Leben bestimmen oder beeinflussen. Dies ist die Grundannahme der Astrologie und aus wissenschaftlicher Sicht schon längst geklärt. Es gibt seit Langem sorgfältig erstellte Studien, die zeigen, dass es keinen belastbaren Zusammenhang zwischen den Sternen und weder dem Schicksal noch der Persönlichkeit der Menschen gibt. 

Im Gegensatz zur Jahreszeit in der wir geboren sind, sagt die Position der Sterne zu diesem Zeitpunkt also nicht wirklich etwas über unseren Charakter aus. Ein Mensch wird sowohl ohne festgelegte Persönlichkeit als auch ohne “von den Sternen abhängigem” Aussehen geboren. 

Das allgemein größte Problem, sowohl bei Sternzeichen, als auch bei Horoskopen ist, sie sind grundsätzlich so vage, dass sie sich fast immer halbwegs richtig anfühlen. Und wir Menschen glauben, wenn er nicht zu fies ist, nahezu jeden Blödsinn, den man uns über uns selbst erzählt. Wir sprechen hier von einem wissenschaftlichen Phänomen, genannt “Barnum-Effekt”. 

Doch warum genau glaubt man an Astrologie, wenn sie offensichtlich Unsinn ist? 

Menschen versuchen, über Systeme wie die Astrologie, das Unstrukturierte zu strukturieren, Komplexes einfacher zu machen oder auch Verantwortung abzugeben. Sternzeichen bieten sowohl eine Grundlage für Ausreden als auch eine Scheinsicherheit für das Leben. Der Glaube, ein Schicksal zu habe oder von höheren Mächten beeinflusst zu sein, verschafft dem eigenen Leben eine Bedeutung, eine Größe. 

Und vielleicht sind wir genau hier an dem Punkt, warum Sternzeichen vor allem für unsere Generation so ansprechend sind.

Sie übertönen die Bedeutungslosigkeit, Unzufriedenheit und Unbestimmtheit des eigenen Lebens und geben, zumindest kurzzeitig, einen Sinn. Vor allem in den letzten, unfassbar unstrukturierten und ungewohnten Jahren verliehen sie Stabilität, Sicherheit und boten die Möglichkeit sich nicht für seine negativen Eigenschaften oder sein Verhalten rechtfertigen zu müssen. Ganz nach dem Motto: “Ich bin ein Löwe, deshalb bin ich ein bisschen narzisstisch, dramatisch und aggressiv. Aber das habe ich mir ja nicht ausgesucht und kann es auch nicht ändern.”  

Es ist bald 2022 und Menschen haben ihren Lebensstil geändert. Wir leben schnell, ziehen hunderte Male um, verlieben uns und trennen uns wieder. Alles innerhalb weniger Jahre. Vielleicht ist es genau das, was manche Menschen verhindern wollen. “Ich möchte den perfekten Job, den perfekten Partner. Alles muss passen, alles muss mit mir KOMPATIBEL sein.”  

Abschließende Worte

Schon sind wir angekommen bei der Astrologie, einer Lehre, die die perfekte Scheinsicherheit und Verlässlichkeit darstellt um überall das vermeintlich Perfekte zu finden und zu machen. Eine Lehre, die eine Ausrede für jeden kleinen persönlichen Fehler bereitstellt. 

Doch wie perfekt kann ein Leben sein, in dem wir unser Gegenüber nur auf Grund von Fakten, welche vor 2000 Jahren von unbekannten Astrologen verfasst wurden, ablehnen, ohne es wirklich kennengelernt zu haben? Ein Leben in dem wir uns selbst Eigenschaften geben, die ja “laut den Sternzeichen” auf uns zutreffen müssen, aber vielleicht gar nicht ausmachen wer und wie wir wirklich sind.

Warum vergleichen wir uns mit Zeichen, die jedem, der im selben Monat geboren ist, die gleichen Eigenschaften zuschreiben und machen uns und unsere Persönlichkeit so zu etwas Normalem, obwohl wir doch alle so einzigartig sind?

„Persönlichkeit fängt da an, wo der Vergleich aufhört.“

Karl Lagerfeld